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Nextcloud Hosting: Selbst hosten mit Docker und PostgreSQL

Recep Erdoğan10 min
Nextcloud Hosting: Selbst hosten mit Docker und PostgreSQL

Nextcloud Hosting bedeutet, dass Sie Ihre eigene Cloud für Dateien, Kalender, Kontakte und Zusammenarbeit betreiben, ohne die Hoheit über Ihre Daten an einen fremden Dienst abzugeben. Nextcloud ist die verbreitetste quelloffene Alternative zu proprietären Speicher- und Office-Diensten, und der Reiz liegt genau darin, dass alles auf Infrastruktur läuft, die Sie kontrollieren. Die eigentliche Frage ist selten, ob man Nextcloud betreiben will, sondern wie man es tut, ohne einen kompletten Server samt Betriebssystem, Reverse Proxy und Zertifikatsverwaltung von Hand zu pflegen.

Dieser Leitfaden zeigt, aus welchen Bausteinen eine produktive Nextcloud-Instanz besteht und wie diese Bausteine auf einer PaaS zusammenspielen: ein Container für die Anwendung, eine PostgreSQL-Datenbank und ein persistentes Volume für die Benutzerdateien.

Kurz gesagt: Nextcloud Hosting besteht aus drei Bausteinen: einem Container für die Nextcloud-Anwendung, einer PostgreSQL-Datenbank und einem persistenten Volume für die Benutzerdateien. Auf einer PaaS wie Out Plane deployen Sie das offizielle Docker-Image, verbinden eine verwaltete PostgreSQL-Datenbank und erhalten automatisch HTTPS, ohne selbst einen Server, ein Betriebssystem oder Zertifikate pflegen zu müssen.

Was ist Nextcloud, und was braucht es zum Laufen?

Nextcloud ist eine quelloffene Plattform für Dateispeicher und Zusammenarbeit, die Sie auf eigener Infrastruktur betreiben. Sie ersetzt proprietäre Cloud-Dienste durch eine selbst gehostete Instanz für Dateien, Kalender, Kontakte, Videocalls und Office-Dokumente, deren Daten vollständig unter Ihrer Kontrolle bleiben.

Damit eine Nextcloud-Instanz produktiv läuft, müssen vier Dinge zusammenkommen. Wer diese vier Komponenten sauber trennt, betreibt Nextcloud stabil. Wer sie vermischt, bekommt früher oder später Ärger bei Backups und Updates.

  1. Eine Laufzeitumgebung. Nextcloud ist eine PHP-Anwendung. Das offizielle Docker-Image bringt PHP, den Webserver und alle nötigen Erweiterungen bereits mit, sodass Sie nichts selbst installieren. Die Apache-Variante des Images lauscht auf Port 80.
  2. Eine Datenbank. Metadaten, Freigaben, Benutzer und Konfiguration landen in einer relationalen Datenbank. Für den Produktivbetrieb empfiehlt das Projekt PostgreSQL oder MariaDB, nicht SQLite.
  3. Persistenten Speicher. Die eigentlichen Dateien der Nutzer liegen im Verzeichnis data der Anwendung. Dieses Verzeichnis muss auf einem Volume liegen, das einen Neustart des Containers überlebt.
  4. Automatisches HTTPS. Ohne gültiges TLS-Zertifikat verweigern die Desktop- und Mobil-Clients die Verbindung. Ein Reverse Proxy mit automatischer Zertifikatsverwaltung nimmt Ihnen diese Arbeit ab.

Die Details zu Systemvoraussetzungen und unterstützten PHP-Versionen finden Sie im offiziellen Nextcloud Administrationshandbuch. Wenn Sie generell wissen möchten, was eine PaaS gegenüber einem klassischen Server abnimmt, hilft unser Beitrag Was ist eine PaaS.

Warum PostgreSQL die naheliegende Wahl ist

Nextcloud unterstützt drei Datenbanken für den Dauerbetrieb: PostgreSQL, MySQL und MariaDB. Alle drei funktionieren, aber sie unterscheiden sich stark darin, wie viel Betriebsaufwand sie verursachen.

Eine verwaltete Datenbank ist ein Datenbankdienst, bei dem der Anbieter Bereitstellung, Backups, Wiederherstellung und Ausfallsicherheit übernimmt. Sie erhalten Zugangsdaten und eine erreichbare Instanz, kümmern sich aber nicht um das Betriebssystem, um Speicherplatz-Verwaltung oder um die manuelle Konfiguration der Replikation.

Auf Out Plane gibt es genau eine verwaltete Datenbank, und das ist PostgreSQL, mit Backups, Point-in-Time-Recovery, Read-Replicas, Connection-Pooling und pgvector. Genau deshalb ist PostgreSQL für Nextcloud Hosting hier die bequemste Option: Sie deployen die Anwendung und hängen einen Datenbankdienst daneben, der bereits gesichert und gepflegt wird. Mehr zum Thema PostgreSQL im Detail lesen Sie unter kostenloses PostgreSQL Hosting.

MySQL oder MariaDB sind mit Nextcloud ebenfalls kompatibel, aber Out Plane bietet dafür keinen verwalteten Dienst. Sie müssten MariaDB als eigenen Container mit eigenem persistentem Volume betreiben und Backups sowie Wartung selbst übernehmen. Das ist möglich, verdoppelt aber den Pflegeaufwand. Welche Datenbanken Nextcloud offiziell akzeptiert, dokumentiert die Nextcloud Datenbank-Konfiguration.

Die Deploy-Struktur auf Out Plane

Das Muster für Nextcloud Hosting auf Out Plane hat drei klar getrennte Teile. Diese Trennung ist der Kern eines wartbaren Setups.

1. Der Nextcloud-Container

Sie verweisen in einem Dockerfile auf das offizielle Image (FROM nextcloud:apache), bei Bedarf mit eigenen Anpassungen. Out Plane baut daraus das Image und startet die Anwendung. Falls Sie mit Dockerfiles noch nicht vertraut sind, hilft der Leitfaden zum Docker Hosting in Deutschland.

Die Verbindung zur Datenbank und die Administrationsdaten geben Sie über Umgebungsvariablen mit:

POSTGRES_HOST=<host der verwalteten Datenbank>
POSTGRES_DB=nextcloud
POSTGRES_USER=<benutzer>
POSTGRES_PASSWORD=<passwort>
NEXTCLOUD_ADMIN_USER=admin
NEXTCLOUD_ADMIN_PASSWORD=<sicheres-passwort>
NEXTCLOUD_TRUSTED_DOMAINS=nextcloud-80-meinteam.outplane.app

Der Wert von NEXTCLOUD_TRUSTED_DOMAINS muss zu der öffentlichen Adresse passen, unter der die Instanz erreichbar ist, sonst verweigert Nextcloud aus Sicherheitsgründen den Zugriff.

2. Die verwaltete PostgreSQL-Datenbank

Sie legen im Team eine PostgreSQL-Datenbank an und tragen deren Zugangsdaten in die oben genannten Variablen ein. Ab diesem Punkt sind Backups und Wiederherstellung Teil des Dienstes und nicht mehr Ihre manuelle Aufgabe. Die Datenbank läuft im selben privaten Netzwerk wie die Anwendung, sodass der Datenbankverkehr das interne Netz nicht verlässt.

3. Das persistente Volume für Benutzerdateien

Für das data-Verzeichnis hängen Sie ein persistentes Volume an den Container. Genau hier liegen die hochgeladenen Dateien der Nutzer, und genau dieses Volume überlebt Neustarts, Neu-Deployments und Image-Updates. Persistente Volumes und ein privates Netzwerk gehören zu den Bausteinen, die Out Plane bereitstellt. Weil das Volume die Nutzdaten hält, empfiehlt sich für die Deployment-Strategie ein Austausch, der das Volume nicht parallel doppelt anbindet.

4. Öffentliche Domain und automatisches HTTPS

Sobald die Anwendung läuft, erhält sie eine öffentliche Adresse nach dem Muster {name}-{port}-{teamSlug}.outplane.app, für die Apache-Variante also etwa nextcloud-80-meinteam.outplane.app. Das TLS-Zertifikat wird automatisch ausgestellt und erneuert. Eine eigene Domain können Sie später als Custom Domain zusätzlich verbinden.

Datenresidenz ehrlich betrachtet

Beim Thema Cloud und Datenschutz wird viel versprochen, deshalb hier die klare Einordnung. Out Plane erlaubt Ihnen, die Region zu wählen, in der Ihre Anwendung und Ihre Datenbank laufen, unter anderem Nürnberg und Helsinki. Das bedeutet: Sie können Ihre Nextcloud-Daten physisch in der EU halten. Das ist eine echte, überprüfbare Aussage über den Speicherort.

Was es nicht bedeutet: Out Plane ist ein US-Unternehmen mit Sitz in Delaware. Eine EU-Region ist eine Standortwahl, keine eigene Rechtsordnung und kein Zertifikat. Sie macht Sie nicht automatisch immun gegenüber US-Recht wie dem CLOUD Act. Wer DSGVO-Konformität anstrebt, sollte Datenresidenz als einen wichtigen Baustein sehen, nicht als vollständige rechtliche Absicherung, und die vertragliche Seite (etwa einen Auftragsverarbeitungsvertrag) sowie die eigene Rolle als Verantwortlicher berücksichtigen. Eine ausführlichere Betrachtung finden Sie unter Cloud-Anbieter in Deutschland und DSGVO.

Nextcloud Hosting: Managed-Anbieter oder Self-Hosting auf einer PaaS?

Es gibt spezialisierte Anbieter, die eine fertige Nextcloud-Instanz vermieten. Und es gibt den Weg, Nextcloud selbst auf einer PaaS zu betreiben. Beides ist legitim, die Abwägung hängt davon ab, wie viel Kontrolle Sie brauchen.

KriteriumManaged-Nextcloud-AnbieterSelf-Hosting auf einer PaaS (Out Plane)
EinrichtungFertig vorkonfiguriert, kaum AufwandContainer, Datenbank und Volume selbst verbinden
Kontrolle über Version und AppsEingeschränkt, Anbieter gibt Rahmen vorVolle Kontrolle über Image, Version und Erweiterungen
DatenbankMeist inklusive, aber nicht einsehbarEigene verwaltete PostgreSQL mit Backups und PITR
DateispeicherKontingent des AnbietersPersistentes Volume, das Sie selbst dimensionieren
DatenresidenzVom Anbieter vorgegebenEU-Region (Nürnberg, Helsinki) wählbar
Updates und WartungAnbieter übernimmtSie steuern den Zeitpunkt selbst
KostenFester monatlicher TarifKostenloser Hobby-Tarif, danach nutzungsbasiert

Der Managed-Weg ist bequem, gibt aber Kontrolle und Einblick ab. Der PaaS-Weg verlangt, dass Sie die drei Bausteine selbst verbinden, gibt Ihnen dafür aber die volle Hoheit über Version, Apps, Datenbank und Speicherort, ohne dass Sie einen kompletten Server administrieren müssen.

Praktische Hinweise für den Dauerbetrieb

Ein paar Punkte sparen später Nerven. Setzen Sie NEXTCLOUD_TRUSTED_DOMAINS von Anfang an korrekt, sonst bleibt die Oberfläche unerreichbar. Planen Sie das Volume großzügig, denn Benutzerdateien wachsen kontinuierlich, und ein zu kleines Volume ist im Nachhinein lästig. Behandeln Sie Datenbank-Backups und Datei-Backups getrennt: Die verwaltete PostgreSQL sichert die Metadaten, das Volume mit den Dateien sollten Sie zusätzlich absichern. Und testen Sie Updates erst, bevor Sie sie auf die produktive Instanz ziehen. Wer die einzelnen Dienste lokal ausprobieren möchte, bevor er sie deployt, findet Grundlagen in unserer Docker-Compose-Anleitung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Datenbank sollte ich für Nextcloud verwenden?

Für den Produktivbetrieb empfiehlt sich PostgreSQL. Es ist stabil, gut dokumentiert und lässt sich auf Out Plane als verwalteter Dienst mit Backups und Point-in-Time-Recovery betreiben. SQLite eignet sich nur für Tests. MariaDB funktioniert ebenfalls, verursacht aber mehr Betriebsaufwand, weil es hier nicht als verwalteter Dienst verfügbar ist.

Kann ich Nextcloud mit MySQL oder MariaDB auf Out Plane betreiben?

Ja, technisch unterstützt Nextcloud beide. Allerdings bietet Out Plane keine verwaltete MySQL- oder MariaDB-Datenbank an. Sie müssten MariaDB als eigenen Container mit eigenem persistentem Volume betreiben und Backups selbst organisieren. Deutlich einfacher ist die verwaltete PostgreSQL-Datenbank, die Wartung und Sicherung bereits abdeckt.

Wie viel Speicherplatz brauche ich für Nextcloud?

Das hängt vollständig von der Zahl der Nutzer und dem Dateiaufkommen ab. Rechnen Sie mit dem Speicherbedarf pro Person mal Nutzerzahl, plus Puffer für Wachstum. Das persistente Volume für das data-Verzeichnis lässt sich dimensionieren, planen Sie es lieber großzügig, weil nachträgliches Vergrößern zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Liegen meine Nextcloud-Daten wirklich in der EU?

Sie können eine EU-Region wie Nürnberg oder Helsinki wählen, dann liegen Anwendung und Datenbank physisch dort. Das ist echte Datenresidenz. Beachten Sie aber, dass Out Plane ein US-Unternehmen ist. Der Speicherort in der EU ist eine Standortwahl, kein eigener Rechtsraum und keine vollständige rechtliche Absicherung.

Ist Nextcloud Hosting auf Out Plane DSGVO-konform?

Datenresidenz in der EU ist ein wichtiger Baustein, aber Konformität entsteht nicht allein aus dem Speicherort. Als Betreiber der Instanz sind Sie Verantwortlicher im Sinne der DSGVO und müssen die vertragliche Seite, etwa einen Auftragsverarbeitungsvertrag, sowie Ihre eigenen Prozesse berücksichtigen. Ziehen Sie im Zweifel rechtliche Beratung hinzu.

Wie funktionieren Updates bei selbst gehostetem Nextcloud?

Weil Sie die Instanz selbst betreiben, entscheiden Sie über den Zeitpunkt. In der Praxis ziehen Sie eine neuere Version des Docker-Images und deployen erneut, wobei das persistente Volume und die Datenbank erhalten bleiben. Sichern Sie vorher Datenbank und Dateien, damit Sie im Fehlerfall auf einen definierten Stand zurückkehren können.

Was kostet Nextcloud Hosting auf Out Plane?

Out Plane hat einen dauerhaft kostenlosen Hobby-Tarif und vergibt ein Startguthaben von 20 US-Dollar ohne Kreditkarte. Der bezahlte Pro-Tarif rechnet nutzungsbasiert ab, Sie zahlen also für die tatsächlich verbrauchten Ressourcen von Anwendung, Datenbank und Volume. Die aktuellen Konditionen finden Sie unter /pricing.

Fazit

Nextcloud Hosting muss kein Serverprojekt mit Betriebssystempflege sein. Zerlegen Sie es in seine drei natürlichen Teile: einen Container für die Anwendung, eine verwaltete PostgreSQL-Datenbank und ein persistentes Volume für die Dateien, und die Sache wird überschaubar. Auf einer PaaS kommt automatisches HTTPS dazu, und die EU-Region gibt Ihnen echte Datenresidenz, ehrlich verstanden als Standortwahl und nicht als rechtliche Rundumabsicherung.

Der nächste Schritt ist konkret: Legen Sie in der Konsole unter https://console.outplane.com ein Team an, deployen Sie das Nextcloud-Image, hängen Sie eine PostgreSQL-Datenbank und ein Volume daran, und prüfen Sie die passenden Konditionen unter /pricing. Ihre eigene Cloud ist damit näher, als es zunächst klingt.


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